SPD in der Region

Veröffentlicht am 04.12.2017 in Ortsverein

Unsere Podiumsteilnehmerinnen: v. l. Pfarrerin Ulrike Walter, Dr. Esther Graf, Beate Metzler-Klenk, Dr. Elif Elmas

Keinen Weltfrieden ohne Religionsfrieden!

Frauen in den Religionen

Das Interesse an einem interreligiösen Gespräch währt immer noch und so ließen sich rund 60 Gäste bereits zum dritten Mal in Folge wieder einladen, um mit drei Vertreterinnen der jüdischen, christlichen und muslimischen Religionen zu diskutieren.

Grund der Einladung zu diesen Abenden ist es, sich näher kennenzulernen und sich gegenseitig auszutauschen, denn es beunruhigen die immer stärker werdenden Vorbehalte gegenüber Muslimen, der steigende Antisemitismus und die wachsende Religionskritik gegenüber dem Christentum. Dies betrifft Gläubige wie Atheisten, deshalb sollte man sich dieser gesellschaftlichen Herausforderung stellen, so die Moderatorin des Abends, Beate Metzler-Klenk.

Anhand der Mystikerin Rabea, der Richtern Deborah und der ersten Christin Europas, Lydia, wurde aufgezeigt, welche Frauen für die einzelnen Religionen prägend sind und sie auch heute noch Vorbild sein können. Die Religionen sind es, die den Frauen viele Rechte zuweisen, so der Konsens beim Podium. Es sind die Strukturen und Gesellschaften, die bis heute den Frauen nicht den Platz einräumen, der ihnen zusteht.

Frau Pfarrerin Ulrike Walter aus den Kirchengemeinden Epfenbach und Spechbach brachte Lydia, die Purpurhändlerin aus Philippi mit. Lydia nahm Paulus während seiner Reise mit seinen Begleitern auf und ließ sich taufen. Sie gilt als erste europäische Christin überhaupt, unterstützte Paulus finanziell auch nach seinem Gefängnisaufenthalt und gründete die erste christliche Gemeinde, der sie als Leiterin vorstand.

Die Richterin Deborah, stellte Frau Dr. Esther Graf aus Mannheim vor. Sie war eine starke und beliebte Frau, die vor ca. 3000 Jahren lebte. Sie steht im Buch der Richter als einzige Frau und gilt als Initiatorin eines Aufstandes gegen Unterdrücker des jüdischen Volkes. Nach der erfolgreichen Schlacht, rühmten die Israeliten sie in Deborahs Sieges-Lied.

Über die Mystikerin Rabia ist nicht viel bekannt, es gibt aber viele Legenden über sie. Noch heute ist Rabia sehr präsent. Ihre schillernde Person wird heutzutage noch oft in Liedern und Filmen beschrieben. Sie gilt als sehr gläubige Frau, die in ihrer Zeit sehr durch ihren Glauben beeindruckte und Menschen in ihrem Verhalten änderte. Rabia wurde von der Islamwissenschaftlerin, Dr. Elif Elmas porträtiert.

In allen drei Religionen seien zahlreiche Frauen belegt, die Ämter innehatten und eine zentrale Rolle in der Religion gespielt hätten.

Muslime bekamen durch ihren Propheten neue Richtlinien in der Erbfolge, bei der auch Frauen bedacht werden. Schon immer haben Muslima auch außerhalb der Familie gearbeitet und so für das Auskommen der Familie gesorgt. Bei orthodoxen Juden sei es üblich, dass die Frauen arbeiten, da sich die Männer dem Studium der Thora widmen. Die Erziehung der Kinder wird gleichermaßen von Vätern und Müttern wahrgenommen. Imaninnen und Rabbinerinnen gab es schon immer, sie sind nichts Neues, wenngleich nicht so üblich. In der evangelischen Kirche Baden gibt es seit 1958 die Frauenordination. Dekaninnen und Bischöfinnen sind inzwischen Normalität, meinte Pfarrerin Ulrike Walter. Es gebe Frauen, die traditionell leben möchten, andere würden eher den liberalen Weg einschlagen. Beides habe seine Berechtigung und müsse möglich sein.

Der zweite Teil des Abends war ganz für die Fragen des Publikums gewidmet. Hier folgte eine hitzige Debatte über die verschiedenen Auslegungsweisen der Schriften. Es drohte zu eskalieren, so dass die Moderatorin Beate Metzler-Klenk und der Schlussredner, Dr. Martin Ritter, einschritten und um eine Versachlichung der Diskussion baten. Lange nach Beendigung der Veranstaltung wurde noch heftig untereinander diskutiert und sich gegenseitig ausgetauscht.


 

 

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