Pflegebedürftig! Und dann?

Veröffentlicht am 18.09.2015 in Ortsverein

Pflegebedürftig! Und dann?

Gute Pflege braucht gute Beratung.

Die SPD-Veranstaltung zur Pflege fand guten Zuspruch.

(Epfenbach). Pflegebedürftigkeit - ein Thema, das uns alle angeht. Die Podiumsdiskussion, zu der MdL Thomas Funk und die SPD-Ortsvereine der Brunnenregion ins Carl-Ullmann-Haus eingeladen hatten, stieß daher auf sehr großes Interesse.

Bereits zu Beginn sorgte die Begrüßung von BM Bösenecker für nicht wenige beeindruckte Gesichter, als er sich bei der SPD für das Aufgreifen des Themas bedankte und mit den Worten endete „Empfehlen sie die SPD in der Brunnenregion und Herrn Funk weiter!“.

Mit der Begrüßung stellte die Initiatorin Beate Metzler-Klenk die Experten vor und führte zunächst mit MdL Thomas Funk (SPD) als Moderator in das schwierige Thema ein.

Christine Hopf, Pflegedienstleiterin der Kirchlichen Sozialstation Flinsbach hob die Bedeutung der Sozialstationen als Entlastung für pflegende Angehörige in der häuslichen Pflege hervor. Inzwischen ist der Pflegebedarf stark gestiegen, so dass die Beschäftigtenzahl in Flinsbach innerhalb der letzten 5 Jahre von 30 auf 50 gestiegen ist.Die Einführung der Pflegeversicherung 1995 war ein Meilenstein in der Versorgung und das neue Pflegestärkungsgesetz bringt seit dem 1.1.2015 beträchtliche finanzielle Erleichterungen – so etwa höhere Zuwendungen für Umbauten, in der Kurzzeitpflege und in der Verhinderungspflege. Bei Bedürftigkeit werden Differenzbeträge vom Sozialamt übernommen.

Ulrich Weigel von der AOK Rhein-Neckar-Odenwald, erläuterte die Aufgaben des mit Ärzten oder Pflegern besetzten Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MdK) zur Vergabe der Pflegestufen. Die derzeit 4 Leistungsstufen werden ab 2016 zu 5 Leistungsstufen erweitert, was für die Pflegebedürftigen, insbesondere die Demenzkranken, einen großen Fortschritt bedeutet.

MdL Thomas Reusch-Frey (SPD), Sprecher für Seniorenpolitik im Landtag und Mitglied der „Enquete-Kommission Pflege“, betonte: „Die Pflegebedürftigkeit ist ein großes, solidarisches Zukunfts-Thema in einer menschenwürdigen Gesellschaft“. Daneben müsse die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet sein. Mit der alternden Gesellschaft steige der Bedarf an Pflegekräften, deshalb müssten die Pflegeberufe attraktiver gemacht und die Bezahlung verbessert werden. Die so wichtigen, unabhängigen Pflegestützpunkte müssten ausgebaut und verstärkt werden.

Sein Sinsheimer Kollege MdL Thomas Funk (SPD) sprach von einem „Informationsdickicht“, bevor er die Diskussion freigab. Er betonte im übrigen die Notwendigkeit der Pflegestützpunkte, die als Wegweiser wertvolle Arbeit leisten könnten. „Eine Veranstaltung, wie die heutige, dient auch dazu, wertvolle Angebote bekannt zu machen, da sie erst dann ihren Zweck erfüllen können“, zeigte sich der Parlamentarier überzeugt.

In der anschließenden Diskussion kristallisierte sich heraus, dass die Unsicherheit und damit der Beratungsbedarf immens sind. Als Ansprechpartner wurden neben den Pflegestützpunkten die Krankenkassen, die Sozialdienste in Krankenhäusern sowie die Sozialstationen genannt, die bei Pflegeanträgen und Kontakten zu Pflegeheimen behilflich sein können.

Leistungen der Pflegeversicherung werden jedoch nur, betonte Ulrich Weigel, bei Vorliegen einer Pflegestufe gewährt, wobei der MdK,  die Prüfungen durchführt. Bei etwaigen Missständen in Pflegeheimen gab er den Rat, sich an die Heimaufsicht oder die Krankenkasse zu wenden, vor allen aber, direkt den Heimträger anzusprechen.

Zum brisanten Thema der Personalengpässe in Heimen riet Thomas Funk, auch auf ausländische Arbeitskräfte zurück zu greifen. Thomas Reusch-Frey riet zum Berufseinstieg von Älteren. „Der Pflegeengpass darf nicht in einen Pflegenotstand münden“.

Auf die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Beitragsbemessungsgrenze sprach sich Funk für eine Erhöhung oder sogar eine Aufhebung derselben aus. Ein stärkerer sozialer Ausgleich sei nötig. Die SPD habe einen Vorstoß gemacht, die Enquete-Kommission habe Vorschläge erarbeitet, allerdings müssten dafür politische Mehrheiten gefunden werden.

Aus dem Publikum gab es durchweg positive Reaktionen auf die Veranstaltung und man zeigte sich angenehm überrascht, dass der Schwerpunkt des Abends eindeutig auf Information und Dialog lag und der beginnende Wahlkampf die beteiligten nicht dazu verleitete, lediglich für die Partei zu werben.

 

 

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